Archiv der Kategorie Alpgeschichten

29. August 2011, von Franziska

Wintereinbruch

Eine herrliche Woche, mit wunderbarem Wetter, ging zu Ende. Am Freitagabend hatte ich einige Freunde zu mir eingeladen und wie konnte es anders sein, es stürmte und regnete schon am Abend und während der ganzen Nacht. So verabschiedete sich ein Teil meiner Freunde schon früh morgens wieder, denn bei diesem Wetter sei das Alpleben ungemütlich. Ich ging nach der üblichen Arbeit  in den Käsekeller zum Käseschmieren.

Mein Freund Dario “leistete mir etwas Gesellschaft” im Käsekeller und schaute ab und zu,  wie das Wetter sei. Seine Feststellung :” es hagelt und fängt langsam aber sicher an zu schneien.” Nachdem ich im Keller fertig war, setzte ich mich noch zu den übrig gebliebenen Freunden, die beim Frühstück sassen. Auch wenn es draussen schneite, ich musste zu den Galtkühen. Dario begleitete mich.

Ein paar Kühe haben wir sofort gefunden, Andere jedoch suchten wir verzweifelt. Nach langer Zeit fanden wir auch diese. Den Kühen ging es gut und somit hatten wir unseren Dienst getan und machten uns müde auf zum Stafel. Doch da klingelte mein Telefon. Mein Vater erzählte, die einen Kühe seien bereits im Stall, also hiess das für uns, die Anderen einzusammeln. Zu unserem Erstaunen, waren diese noch ganz hinten auf der Weide und wollten erst gar nicht recht laufen. Doch als sie merkten, dass es zum Stall ging, liefen sie immer schneller. Endlich die langersehnte Mittagspause. Schneestand 13cm, die Sonne zeigt sich langsam wieder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Mittagessen machten wir einen kurzen Mittagsschlaf. Die Kühe blieben im Stall und wurden mit Heu gefüttert. In der Nacht war es heiter, deshalb auch sehr kalt. Darum haben wir die Kühe erst am anderen Vormittag wieder aus dem Stall gelassen, als die Sonne zum Vorschein kam, umso mehr haben sie diese dann genossen.

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29. August 2011, von Nadja

Alpchäs oder Bärgchäs, wie isch itz das?

Liebe Blogleserinnen, liebe Blogleser

 

Die Badeferien zur Erholung sind gebucht, der Wohnungsvertrag für nächsten Winter unterschrieben und Martin hat seinen Flug nach Nepal organisiert (er wird die Wintersaison wieder als Koch in Asien verbringen). So können wir jetzt ohne Sorgen die letzten Wochen geniessen. Daher möchte ich mir nun auch mal die Zeit nehmen, um noch ein bisschen Werbung zu machen. :-)

 

Wir freuen uns über jede Person, die ein Stück Käse mitnimmt. Wirklich! Wie ich jedoch festgestellt habe, besteht ein gewisse Notwendigkeit aufzuklären, wie sich Berg- und Alpkäse unterscheiden. Wir produzieren Berner Alpkäse AOC. Dieses Label stellt eine Qualitäts- und Herkunftsgarantie dar und gibt uns daher gewisse Regeln vor. Grundsätzlich darf Alpkäse nur während vier Monaten im Sömmerungsgebiet hergestellt werden. Weiter bestehen auch sehr viele Punkte zur Produktion, die es einzuhalten gilt. Sehr wichtig ist, dass die Hitze zur Erwärmung der Milch durch Holz erzeugt werden muss (bei uns indirekt mithilfe eines Dampfkessels) und Alpkäse aus Rohmilch hergestellt wird.

 

Im Gegensatz dazu ist nicht jeder Bergkäse ein Alpkäse, denn dieser kann ganzjährig in der Dorfkäserei unten im Tal hergestellt werden und besteht nicht zwingend aus Rohmilch.

 

Was heisst das schliesslich für den Komsumenten? Wenn er Berner Alpkäse kauft, ist es garantiert, dass dieser im Sommer auf einer Alp hergestellt worden ist. Im Weiteren ist auch der Geschmack unterschiedlich. Die Weiden auf den Alpen werden nur mit dem anfallenden Mist gedüngt und die Kühe können genüsslich aus über 100 verschiedenen Kräutern und Alpenblumen die besten raussuchen (wobei nicht jede Kuh dieselben bevorzugt). Unsere “Ladies” kriegen zusätzlich nur Alp-Heu und kein Kraftfutter. Daher ist die Milchleistung etwas kleiner, der Geschmack der Milch jedoch ganz speziell und natürlich – und von Alp zu Alp oder je nach Kräutern unterschiedlich.

 

Ich hoffe, dass das einigermassen verständlich geschrieben ist und möchte zum Schluss und als Auflockerung noch was “Witziges” (nicht für mich, aber für euch) erzählen:

 

Gestern Sonntag, nach einer lustigen und kurzen Nacht, wars wie verhext. Am Nachmittag war immer was los und alle haben sich auf den Feierabend gefreut. Noch schnell den Stall machen und dann fertig… Das hat sich aber als längere Prozedur erwiesen. Gemütlich habe ich mich zum Kühe holen begeben und da die ganz unten in der Weide waren, bin ich sogar ein bisschen früher losmarschiert. Unten angekommen habe ich noch bald bemerkt, dass die einfach nicht so richtig wollen. Mühsam habe ich ein paar zusammengetrieben und Martin hat die wenigen, die sich schon in der Nähe vom Stall eingefunden haben, gejagt. Nach 50 Metern hat die liebe, gute Monique beschlossen, dass sie doch nicht folgen will. Kurzerhand hat sie sich umgedreht und ist im Galopp wieder bis an den untersten Rand der Weide gerannt. Alle anderen haben das gesehen und dasselbe gemacht (auch die zuoberst beim Stall). Gut nochmals. Ergebnis: dasselbe. Der Schweiss lief mir über den Rücken, der Kopf war rot vor Anstrengung und Wut. Die Kühe hat das wenig beeindruckt und locker hat sich das Ganze nochmals wiederholt. Ich war nahe der Verzweiflung als die Nachbarn (waren am Heu wenden) mir zur Hilfe kamen. Schliesslich konnten wir die Kühe zu viert in Richtung Stall weisen. Was für ne Aktion! Danke an Eymanns! :-)

 

neugierig und manchmal wahnsinnig stur!

So, ein richtig langer Text… Noch was: Nicht vergessen, nächsten Samstag,

3. September findet unser Käseteilet statt. Chömet cho luege!

 

 

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21. August 2011, von Nadja

Äs mulmigs Gfüeu..

Liebe Blogleserinnen, liebe Blogleser

 

Irgendwie unfassbar. Es ist schon fast Ende August. Noch drei Wochen Arbeit und dann Ausschlafen…

 

Das schwirrt uns jetzt immer wie mehr im Kopf herum und trotzdem wartet jeden Tag noch eine Menge Arbeit und erfordert viel Energie und Elan. Wenn wir morgens um sechs (ist ja schon fast ausschlafen!) aufstehen, ist es noch dunkel. Die Kühe warten schon fast alle vor dem Stall und freuen sich aufs feine Heu, da das Gras nicht mehr in frühlingshafter Hülle und Fülle vorhanden ist. Es sind schon weniger geworden, denn die Kühe, die keine Milch mehr geben, haben ihr Herbst-Quartier auf der Hauliegg bezogen. Auch geben die anderen natürlich weniger Milch. Das hat den grossen Vorteil, dass wir viel schneller fertig sind beim Melken. Zur Zeit wird die “Lische” (Sumpfgras) gemäht. Diese wird dann nächstes Jahr zum Einstreuen gebraucht und erfordert viel Handarbeit, da die Sumpf- und Feuchtgebiete nicht mit den grossen Maschinen befahren werden können. Trotz viel Schweiss und Blasen an den Händen ist es eine schöne Arbeit und alle helfen tatkräftig mit.

 

Obwohl es in diesen Tagen noch sommerlich warm ist, kommt es bereits vor, dass einem manchmal diese gewisse Wehmut, ein unbeschreibliches Gefühl, befällt. Einerseits die Freude auf Freunde, Feste, Ferien und Nichtstun, andererseit eine Melancholie, weil einem bewusst wird, dass die Hälfte vom Sommer schon lange überschritten ist und die schöne Zeit schon bald vorüber ist. Besonders deutlich haben wir das gestern gemerkt, als der Besitzer Mireille und Melanie abgeholt hat. Zum Glück zieht er die beiden auf und wir können sie bei Bedarf immer besuchen.

 

gelbes Laub

Wenn ich am Morgen in der Dämmerung meine “Fröleins” von der Weide hole und die Nebel um die Berge schleichen, ist es schon fast ein bisschen unheimlich. Ich kann es hier oben deutlich fühlen, wie alles ruhiger wird. Im Brunnen vor dem Stall schwimmen schon gelbe Blätter vom Ahorn vor dem Stall. Die Zeit vergeht…

 

Aber noch sind die Kühe da und jeder Tag beginnt mit den gleichen Handgriffen. Und auch die schönen Spätsommer-Abende gibt es noch, auch wenn sie schon merklich kürzer sind. Wir sitzen draussen vor der Hütte, hören die Glocken und schauen, wie der Vollmond hinter den Bergen erscheint. Schön und friedlich sieht es aus!

 

Mondaufgang

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