Archiv der Kategorie Alpgeschichten

28. September 2011, von Monika

Auf Wiedersehen Simmental!

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Mein allerletzter Blogeintrag…

 

Wir sind nun schon über eine Woche zu Hause und leben uns langsam aber sicher wieder ein. Natürlich fehlen die Tiere, Aussicht und die Bergluft schon.

 

Am Dienstag sagten wir unseren Girls, Ladies und Mirko Tschüss. Der Alpabzug hatte nicht viel mit Romantik zu tun, da ein Lastwagen die Tiere abgeholt hat. Aber ehrlich, ich konnte schon morgens beim Melken die Tränen nicht zurückhalten und wenn ich Markus anschaute, sah ich auch dort Augenwasser.

 

Die Galtkühe und Guschtis blieben jedoch noch bei uns. Ich war froh, dass diese ums Haus weideten, so war der Zimmerboden nicht ganz so ausgestorben.

Ein letzter herrlicher Sonnenuntergang

 

Die restlichen Tage verbrachte Markus vorwiegend damit, die Ställe auf Hochglanz zu polieren. Ich war mit dem Einziehen der Stromzäune beschäftigt und packte und putzte im Haus.

 

Dann am Donnerstag, unser allerletzter Tag im Simmental. Der Abschied vom Zimmerboden und von den Site-Älplern ist uns schon nicht leicht gefallen. Aber jedes Ende bringt auch einen Anfang…

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich bedanke mich für die vielen tollen Reaktionen von Euch und wünsche Euch weiterhin schöne Herbsttage und alles Gute!

 

Uf Widerluege!

 

Monika

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20. September 2011, von Hedwig

Zwiegespräch der Kühe

Bei den Aufräumarbeiten während der letzten Tage auf der Selva konnte ich ein ganz interessantes Gespräch zwischen den zwei Kühen Goldi und Kira mitverfolgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Goldi: „Du Kira ich glaubä dr Summer escht jetz dä krat verbi.“

 

Kira: „ Warum wit jetz du das wüssä?“

 

Goldi: „Das gspür ich, weischt, ich bin jetz scho 11 jährig und vo chli uf jedä Summer       uf dr Selva gsi.“

 

Kira: „ Ja, dä hescht du sicher scho Einiges erlebt. Ich bin 5 Jahr jünger. Uf dr Selva       bin ich jetz dr dritt Summer. Zweimal äm Stafel und eimal bim Galtveh.”

 

Goldi: „ Was, du bischt au scho eso alt? Säg emal, bischt du nit es dingi chlii kratä?“

 

Kira: „ Vlecht scho, aber das stört mich gar nüt. Ich bin derför en flinki und mag mich     scho g’werrä. Ich bin denk es echts Tiroler Grauvieh. Ich bin sogar im Tirol                geborä. Vor dri Jahr bin ich dä uf Vals cho.

 

Goldi: „ Dä hescht du aber en witi Reis gmacht. Mini längscht Reis escht uf Zörech ab

gsi. Letscht Winter es mier gar net guet gangä. Stell dier vor, dr Tierarzt het

gseit entweder müessensch mich eschläfä oder sos uf Zörech ins Tierspital

bringä.“

 

Kira: „Krass!“

 

Goldi: „ Gott sei Dank het mi Bsetzer mich sofort uf Zörech la bringä. Zechä Tag hän

ich müessä detä blibä. Mäh et bi mier Klauenrehe festgstellt und das het Efloss uf d’Leberwert.“

 

Kira: „Dä hescht du aber Glück kä.“

 

Goldi: „ Ich hän mim Bsetzer halt scho viel Freud chönnä bereitä. Ich hän jetz acht Mal

kalberet. Die letschtä drii Jahr hän ich immer Zwilling uf d’Wält bracht. Ich hän

scho zwei Mal dörfä ds Ilanz  an der Viehschau Surselva teilnäh. Vor füf Jahr

händsch mich an der 100 Jahr Jubiläumsvehschau vo dr Vehzuchtgnossäschaft

Vals sogar zur Miss Vals gwählt.“

 

Kira: „ Schö für dich. Ich chann kei derä Trophäe vorwiesä. Trotzdem fallä ich, wenn

wier in der Herdä unterwegs sind, dä Lüt meh uf als du. Ich bin dr Liebling vo

allnä.“

 

Goldi: „ Jetz blöffscht!“

 

Kira: „Nenei, das ischt eso. Nu sit wier am Morgä Heu z’frässä kriegä hendsch nit eso

freut an mier. Au wenn ich eso en chlini bin, hän ich en mords Hunger. Ich

hän dä vor luter frässä fascht nit der Zit zum mich la melchä und dä rutscht

mier hi und da es Bei us.“

 

Goldi: „ Aso, zäb chascht nit machä! Janu, jetz gäwer ja dä hei. Ich wünschä dier

en gueti Zit und wer weiss, vlecht z’nächscht Jahr wieder.“

 

Kira: „ Ja, alles gueti und blib gsund!“

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18. September 2011, von Hedwig

Sennäball

Auf seinen Höhen und Seitentälern zählt Vals 14 Alpen.  Auf die Qualität der  Valser Alpen wies schon J. U. von Salis hin, wenn er auf den grössten “Reichtum” der Gemeinde Vals verwies: “Das Valsertal ist so reich an schönen Alpen, die eine vortreffliche, an den besten Alpenkräutern, besonders der Muttern, reiche Weide geben, dass ihr schwerlich eine Gegend in Bünden gleich kommt.” Die Alpen insgesamt umfassen eine Fläche von rund 10’000 ha, von denen rund 5’500 ha nutzbar sind. Im Kanton Graubünden besitzt nur die Landschaft Davos  noch grösseres Alpareal.

 

Gesömmerte Tiere auf Territorium der Gemeinde Vals im Jahr 2010:

 

Grossvieh       1’390               Schafe         2’136              Ziegen         367

 

Quelle: Fridolin Hubert Christoffel, Chronist: Valser Chronik 2010

 

Tradtionsgemäss treffen sich am Ende des Alpsommers das Personal und die Alpfunktionäre der Valser Alpen, sowie Bauern und Alpfreunde, zum Sennenball. Die Organisation des Anlasses übernimmt immer wieder eine andere Alp. Dieses Jahr waren wir von der Alp Selva  dafür verantwortlich.

Organisation und Vorbereitungen waren soweit getroffen. Am Freitag Nachmittag fuhren also Franziska, Jasmin, Margrit und ich mit der Gondelbahn auf Gadastatt, wo der Anlass stattfand. Wir haben die Tische dekoriert, Utensilien und Preise mitgebracht, die wir für die Unterhaltung am Abend brauchten. Alles war für das Fest bereit.

Es war mir eine Ehre rund 130 Personen zum Sennenball zu begrüssen und durch den Abend zu begleiten.

Nach einem feinen Essen wurde getanzt, gespielt und viel gelacht. Man hatte sich Gegenseitig viel zu erzählen. So dauerte das gemütliche Fest bis in die frühen Morgenstunden. Ein schöner Abschluss nach einem arbeitsreichen Sommer. Beim Abschiednehmen wird man sich bewusst, dass man den Einen oder Anderen vielleicht gar nicht mehr, oder erst beim nächsten Sennenball wieder sieht. Darauf freue ich mich schon heute.

 

 

 

 

 

 

 

 

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